Als ich heute morgen um halb sechs aufwachte, habe ich mich keine bisschen über die frühe Stunde geärgert, sondern sofort zum Buch gegriffen: "So weit der Fluss uns trägt". Zum Glück habe ich es vor dem Aufstehen zu Ende lesen können - und eine Träne stand mir am Ende schon in den Augen - hach! Kitschig? Vielleicht! Große Gefühle? Jaaaa! 

Wunderbar, beim Lesen so richtig abzutauchen in ein anderes Leben! Die Geschichte eines starken jungen Mädchens, das eine ziemliche Last zu schultern hat: Nach dem Unfalltod ihrer Mutter muss Victoria mit 12 Jahren schon die Rolle der Hausfrau auf der Pfirsichfarm einnehmen. So kommt sie gar nicht so recht zum Trauern, sondern kümmert sich neben der Schule auch noch um den Haushalt und den Küchengarten. Vater und Bruder samt Erntehelfern müssen schließlich versorgt werden. Zur Erntezeit muss sie selbst auch auf den Feldern schuften: den perfekten Reifegrad des Pfirsiche bestimmen, vorsichtig pflücken und sorgsam verpacken. Als Victoria eines Tages den jungen Saisonarbeiter Wilson Moon trifft, setzt sich eine Kette dramatischer Ereignisse in Gang...

Ein hartes Leben in den 1940er Jahren am Fuße der Berge Colorados. Shelley Read hat mit Mitte 50 diesen Debütroman veröffentlicht, dessen bildhafte Sprache und herrliche Naturbeschreibungen die Leser:in mit in die Zeit und mit in die Natur nehmen. Und was es mit dem Fluss aus dem Buchtitel auf sich hat, das lesen Sie am besten selbst...

Übersetzung: Aus dem Amerikanischen Englisch von Wibke Kuhn
Roman
C.Bertelsmann, 24,00 €

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